Hass im Netz

Hassrede (englisch: Hate Speech) im Internet nimmt in Deutschland und anderen Ländern extrem zu. Hass im Netz findest du vor allem in Meldungen und Kommentaren bei Facebook, Twitter, YouTube, Instagram oder Snapchat. 96 Prozent der User sind im Netz schon mit Hass in Berührung gekommen. Das hat eine Umfrage unter Jugendlichen gezeigt. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter Hassrede und was kann man dagegen tun?

Hass im Netz richtet sich gegen einzelne Personen oder Gruppen. Die feindseligen Inhalte sollen Einzelpersonen oder Personen, die zu einer bestimmten Gruppe gehören, abwerten, bedrohen und diskriminieren. Die Leute, die diese Inhalte posten, nennt man Hater oder Trolle.

Je nach Anfeindungsgruppe gibt es unterschiedliche Bezeichnungen. Hier ein paar Beispiele: Sind Frauen betroffen, sprechen wir von Frauenfeindlichkeit. Geht es um Rassismus (z. B. gegen Muslime), nennt man das Fremdenfeindlichkeit. Antisemitismus bedeutet Judenfeindlichkeit und Homophobie ist die feindliche Haltung gegenüber Homosexuellen.

Zu den von Hass betroffenen Einzelpersonen gehören PolitikerInnen, JournalistInnen, SportlerInnen und Prominente im Allgemeinen. Diese werden als „Personen des öffentlichen Lebens“ bezeichnet. Manchmal fällt der Begriff „Shitstorm“, wenn eine Person von allen Seiten übel beschimpft und beleidigt wird.

Die feindseligen Handlungen können sich auch im echten Leben der Betroffenen fortsetzen. Dann werden z. B. Wände beschmiert, Gegenstände zerstört oder der Betroffene bekommt Post mit weiteren ausgedruckten Beleidigungen.

Mit den Begriffen „Hass im Netz“ und „Hater“ ist manchmal auch Mobbing gegen eine Person gemeint. Mehr zu diesem Thema findest du unter „„Gemobbt werden”“.

Was kannst du dagegen tun?

Mach nicht mit, wenn du solche Inhalte siehst. Like nicht, teile nicht und verbreite die Inhalte nicht weiter. Überlege dir, wie du dich fühlen würdest, wenn du oder eine Gruppe, zu der du gehörst, so behandelt werden würden.

Du kannst auch einfach kontern wie im Fußball. Das nennt man dann „Gegenrede“. Du bist bestimmt nicht allein mit deiner Meinung, wenn dich der Hass im Netz nervt. Deine Gegenreden lassen sich von dir und deinen FreundInnen prima durch Teilen und Kommentieren verbreiten. Und du zeigst den Hatern und Trollen damit, dass du nicht ihrer Meinung bist. Aber bleibe fair und begib dich nicht auf das Hater-Niveau. Viele gute Anregungen und Beispiele für Gegenreden findest du auf der Seite „„no-hate-speech.de“.

In manchen Fällen gehen Hater so weit, dass sie sich strafbar machen. Rede mit deinen Freundinnen, Freunden und einer erwachsenen Vertrauensperson darüber, wenn du krasse Inhalte gesehen hast. Hater, deren Beiträge (z. B. YouTube-Videos) gelöscht werden, sind meistens sehr beleidigt. Sie sagen, ihre Meinungsfreiheit werde nicht geachtet. Oft liest man, es sei doch keine Beleidigung, es handele sich nur um schwarzen Humor. Und außerdem „wird man das doch auch mal sagen dürfen!“. Tatsächlich gibt es eine Grenze zwischen dem, was unter Meinungsfreiheit fällt und dem, was strafbar ist. Facebook, YouTube usw. verbieten das Beleidigen und Diskriminieren von Personen oder Gruppen in ihren Richtlinien ebenso, wie es unser Grundgesetz und die Strafgesetze tun. Diese Inhalte können also auch angezeigt werden.

Du kannst solche Inhalte direkt in den Diensten melden. Wie das funktioniert, erfährst du z. B. beim ‘Kompass Social Media’. Mehr Möglichkeiten, Hass im Netz zu melden, findest du weiter unten unter „Melden/Beschweren“.

Du hast ein Problem und weißt gerade nicht weiter?

Hier kannst du dir Rat holen: jugend.support arbeitet mit Beratungsstellen zusammen, an die du dich kostenlos wenden kannst, auch ohne deinen echten Namen zu nennen!


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Hast du den Inhalt oder den Nutzer, der dich stört, direkt in der App oder beim Betreiber des sozialen Netzwerks gemeldet? Wie du das machst, findest du auf der Seite „Probleme melden“ oder im „Kompass Social Media“.

Wenn du damit nicht weiterkommst, können dir vielleicht die Internet-Beschwerdestellen helfen. jugend.support arbeitet mit den Beschwerdestellen eco, fsm und jugendschutz.net zusammen. Die Beschwerdestellen haben noch andere Möglichkeiten als die Nutzerinnen und Nutzer, mit Betreibern oder Einzelpersonen in Kontakt zu treten, um Inhalte entfernen zu lassen.

Für deine Nachricht an die Internet-Beschwerdestellen kannst du das unten stehende Beschwerdeformular nutzen.

Wenn du im Internet extremistische Inhalte findest, z. B. Hass und Hetze gegen bestimmte Menschengruppen, solltest du das melden. Die Beschwerdestellen prüfen die Inhalte genau. Sie setzen sich dafür ein, dass der Inhalt nicht länger online ist, wenn er gegen das deutsche Recht verstößt. Sie arbeiten dazu auch mit der Polizei zusammen.

Beschwerdeformular

Wenn du später erfahren möchtest, was aus deiner Meldung geworden ist, kannst du hier deine E-Mail-Adresse eintragen. Diese Angabe ist freiwillig.

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* Ich bin damit einverstanden, dass meine Daten an die Internet-Beschwerdestellen eco, FSM und jugendschutz.net geschickt werden, die sich um illegale Beiträge im Netz kümmern.

Nähere Einzelheiten, wie meine Daten für die Bearbeitung der Meldung gespeichert werden, habe ich in der Datenschutzerklärung nachgelesen.


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Wann wähle ich den Notruf?

Wähle die 112, wenn du oder jemand anderes in Gefahr ist und so schnell wie möglich Hilfe benötigt.  Bei Stress im Netz kann es dabei um Selbstgefährdung – z. B. Suizidgefahr – oder um Fremdgefährdung – z. B. Gewaltandrohung – gehen.

Was passiert, wenn ich die 112 gewählt habe?

Du wirst mit der Notrufzentrale in deiner Nähe verbunden, die deinen Notfall aufnimmt. Die Person, mit der du sprichst, ist speziell dafür ausgebildet, dir mit deinem Problem zu helfen. Sie gibt es an die Feuerwehr, Polizei oder einen Notarzt weiter.

Am Telefon wirst du gefragt werden, was passiert ist. Hierbei helfen die 5-W-Fragen, die dir von der Rettungsstelle gestellt werden – du musst sie dir also nicht merken:

  • WO ist es passiert?
  • WER ruft an?
  • WAS ist passiert?
  • WIE VIELE Verletzte oder betroffene Personen sind es?
  • WARTEN auf Rückfragen. Vielleicht will man noch etwas von dir wissen.

Übrigens: Den Notruf erreichst du auch mit einem Handy ohne Guthaben und ohne die PIN eingeben zu müssen. Die Nummer 112 ist EU-weit einheitlich. In Deutschland kannst du die Polizei auch unter der Nummer 110 erreichen.

Klicke hier für weitere Informationen zu Hilfsangeboten bei polizei-für-dich

WICHTIG!
Der Missbrauch des Notrufs ist strafbar.